Voraussetzung
Um eine Kartentransaktion anzufechten und eine Rückerstattung einleiten zu können, müssen sowohl technische als auch rechtliche Voraussetzungen gegeben sein. Zu den folgenden Punkten gibt es keine Ausnahmen:
Die 120-Tage-Regelung von Mastercard: Mastercard hat eine strikte 120-Tage-Regelung. Das bedeutet, dass ein Rückerstattungsverfahren innerhalb von 120 Tagen nach dem Transaktionsdatum vollständig eröffnet sein muss. Ein Chargebackverfahren nach Ablauf dieser 120 Tage zu starten, ist technisch nicht mehr möglich. Wir empfehlen daher, uns den Betrug sofort nach Bekanntwerden zu melden. Sie tragen die Verantwortung dafür, dass das Rückerstattungsformular vollständig und mängelfrei innerhalb dieses Zeitraums eingereicht wird , entweder per E-Mail an support@finway.de oder über den Chat, in dem Sie den Betrug bereits gemeldet haben.
Vollständig und fehlerfrei ausgefülltes Rückerstattungsformular: Die reine Meldung eines Kreditkartenbetrugs reicht für eine Rückerstattung nicht aus. Sie müssen das in diesem Artikel erklärte und angehängte Rückerstattungsformular ausfüllen und einem finway-Supportmitarbeiter via Chat oder E-Mail (support@finway.de) zur Verfügung stellen. Wird das Formular unvollständig oder mit inhaltlichen Mängeln eingereicht, muss es nachgebessert werden. Bitte achten Sie darauf, alle Angaben fehlerfrei und wahrheitsgetreu zu machen. Mastercard nimmt diese Regelung sehr ernst und lehnt Anträge bei Fehlern sofort ab. Unser Support prüft jedes Formular vor der Weitergabe an Mastercard, um Ihre Erfolgschancen zu maximieren.
Potenzielle Blocker:
Um einen Kreditkartenbetrug erfolgreich anzufechten, müssen im Vorfeld folgende Faktoren berücksichtigt werden:
3DS-Prüfung (2-Faktor-Authentifizierung): Wurde bei einer Transaktion eine 3DS-Prüfung durchgeführt, minimiert dies die Aussichten auf eine erfolgreiche Rückerstattung drastisch. Rein rechtlich kann eine Transaktion zwar auch dann angefochten werden, in der Regel berufen sich der Händler und dessen Bank jedoch auf die erfolgreiche 3DS-Authentifizierung. Sofern Händler und Banken in diesen Fällen nicht kulant sind, wird die Rückerstattung meist abgelehnt.
Wirtschaftlichkeit der Rückerstattung: Eine Rückerstattung ist wirtschaftlich nur dann sinnvoll, wenn der Transaktionswert über den anfallenden Bearbeitungsgebühren liegt. Diese Gebühren werden pro angefochtener Transaktion erhoben und können variieren. Die genauen Kosten können Sie bei Ihrem Support-Manager erfragen. Gemäß unseren AGB sind standardmäßig 50 € pro Transaktion vorgesehen. Wir erläutern das Thema Kosten im nachfolgenden Absatz dieses Artikels.
Kein Betrug, sondern Nichterfüllung durch den Händler: Falls kein Kreditkartenbetrug vorliegt, sondern ein von Ihnen beauftragter Händler seine Leistung nicht erbracht hat, kann ebenfalls eine Rückerstattung eingeleitet werden. In diesem Fall erwartet Mastercard jedoch den Nachweis, dass Sie schriftlich Kontakt zum Händler aufgenommen und ihn zur freiwilligen Rückerstattung oder Leistung aufgefordert haben. Dieser Schriftverkehr muss dokumentiert (z. B. als PDF oder Screenshot) und zusammen mit dem Rückerstattungsformular eingereicht werden.
Wie verhält es sich mit den Gebühren im Geschäftskunden-Bereich (B2B)?
Uns ist vollkommen bewusst, wie ärgerlich und stressig ein Fall von Kreditkartenbetrug ist. In solchen Situationen möchten wir Ihnen so transparent und fair wie möglich zur Seite stehen.
Gelegentlich werden wir gefragt, warum bei der Bearbeitung von Rückerstattungen im Geschäftskunden-Bereich (B2B) Gebühren anfallen, während dies bei Privatkonten (B2C) gesetzlich verboten ist.
Das deutsche Gesetz zieht hier eine klare Grenze: Verbraucher genießen einen gesetzlich streng regulierten Schutz, bei dem Banken keine Kosten weitergeben dürfen. Für Verträge zwischen Unternehmen (B2B) gilt diese strikte Regelung jedoch nicht. Hier erlaubt der Gesetzgeber den Banken und Zahlungsdienstleistern, die Kosten für den administrativen Aufwand von Rückerstattungen (Chargebacks) vertraglich zu regeln und weiterzugeben.
Ganz wichtig zu wissen: Wir verdienen daran kein Geld! Die Gebühren, die wir in einem solchen Fall erheben, sind keine versteckten Kosten oder zusätzliche Einnahmen für uns. Es handelt sich dabei um eine reine Weiterleitung der Bearbeitungsgebühren, die uns selbst von der Bank und Mastercard für die Rückabwicklung in Rechnung gestellt werden. Wir verdienen also keinen Cent an diesen Beträgen, sondern decken damit lediglich die externen Kosten.
Rückerstattungsformular:
Bitte füllen Sie das Formular vollständig und fehlerfrei aus. Wenn das Formular fehlerhaft ausgefüllt ist, kann dies zu enormen Verzögerungen bis hin zur Ablehnung der Rückerstattung führen.
Kopfzeile:
Name: Vorname des Karteninhabers
Surname: Nachname des Karteninhabers
Company name: Vollständiger Name des Unternehmen, in welchem die betroffene Karte angemeldet ist. (Lassen Sie keine Informationen oder Kürzel weg. Nutzen Sie den Offiziellen Unternehmensnamen und keine Internen Kürzel)
E-Mail or Account token ID: E-Mailadresse des Karteninhabers
Card Number: die letzten 4 Zahlen der Karte
Valid Thru: Ablaufdatum der Karte z.B. 12/26
z.B.:
Auflistung der anzufechtenden Transaktionen/ DETAILS OF DISPUTED TRANSACTION/S:
Tragen Sie jede Transaktion einzeln ein.
Transaction date: Tragen Sie hier das Transaktionsdatum ein.
Merchant name: Tragen Sie hier den Händlernamen ein.
Transaction amount&curr.: Tragen Sie hier die tatsächliche Transaktionshöhe und Währung ein.
Disputed amount&curr.: Tragen Sie hier die Transaktionshöhe ein, welche Sie anfechten möchten.
Beispiel: Bei einem Kreditkartenbetrug von 50,00€ würde in der Spalte Transaction amount&curr., 50,00€ und Disputed amount&curr. 50,00€ stehen.
Transaction token or FinId (for Internal use): Lassen Sie diese Spalte leer. Dies ist für die spätere Bearbeitung.
z.B.:
Erklärung zur Rückerstattung/ DECLARATION: I dispute the above listed transactions due to the following reasons:
Kreditkartenbetrug:
Fraudulent / unauthorized transaction (card blocking mandatory): Kreuzen Sie hier an, wenn die Karte durch einen Kreditkartenbetrüger genutzt wurde.
The card was in my possession during transaction processing:
YES: Die Karte war in Ihrem besitz, als die Transaktionen durchgeführt wurden. Bei Virtuellen Karten, Kreuzen Sie hier an.
NO: Kreuzen Sie hier an, wenn Ihre Physische Karte gestohlen wurde.
My card was lost/stolen on date: Tragen Sie hier "unknown" oder das Datum ein, wann die Karte gestohlen wurde.
z.B.:
Weitere Mögliche Rückerstattungsgründe:
Händler hat Zahlung doppelt abgebucht und verweigert die Rückzahlung: Duplicate transaction,
Bargeldautomat hat kein Bargeld herausgegeben: ATM service not received,
Händler hat nicht geleistet: Goods or services were not received,
Die Waren oder Dienstleistungen entsprachen nicht der Beschreibung oder wiesen Mängel auf; dazu gehören auch gelieferte Waren, die beschädigt oder für ihren Verwendungszweck ungeeignet waren: Goods or services were not as described or defective, includes shipped merchandise received damaged or not suitable for its purpose,
Händler hat Rabatt nicht berücksichtigt: Credit not processed,
Gekündigtes Abo wird weiterhin abgebucht: Cancelled subscription / recurring transaction
Falsche Transaktionshöhe: Incorrect transaction amount
Unterschrift und Datum:
Date: Tragen Sie hier das Datum ein, an dem das Dokument ausgefüllt wurde.
Regards: Hier muss der Karteninhaber unterschreiben. Bei der Unterschrift sind elektronische Formate (wie z. B. DocuSign) erlaubt. Alternativ kann das Schreiben ausgedruckt, handschriftlich unterschrieben und wieder eingescannt werden.
z.B.:
Besonderheiten:
So wie Sie das Recht haben, eine Transaktion anzufechten, haben auch der Händler und die Bank des Händlers die Möglichkeit, auf diese Anfechtung zu reagieren und ihr zu widersprechen. Insbesondere im US-amerikanischen Raum ist dies gängige Praxis: Händler und Banken wehren sich dort häufig mit der Begründung, dass die Leistung ordnungsgemäß erbracht wurde.
Mastercard fordert in solchen Fällen anschließend eine schriftliche Stellungnahme des Karteninhabers an. Um diesen Prozess zu beschleunigen und lange Verzögerungen zu vermeiden, empfiehlt es sich, dem Antrag direkt vorab ein englisches Schreiben beizufügen. In diesem erklären Sie proaktiv, dass die Karte über ein deutsches Unternehmen registriert ist und die Leistung nicht empfangen wurde.
Anbei finden Sie eine entsprechende Vorlage (die Erklärung muss zwingend auf Englisch erfolgen):
Explanation:
The card in question is a corporate debit card for the company “Mustermann GmbH,” headquartered in Germany. The card is issued to me, “Max Mustermann,” as an employee. The transaction was not made by me or any other employee.
Only I know the card details, and they were not made publicly available through gross negligence. The card details were apparently compromised and used by a fraudster. We neither received nor ordered the service.
Sincerely,
Cardholder
Signature
Zuletzt aktualisiert am 09.07.2026




